Potsdam , 8. Februar 2022

Das Bild zeigt eine Hand, die ein Impfstoff-Fläschchen mit dem Wirkstoff Sotrovimab hält

Gegen die aktuell in Deutschland vorherrschende Omikron-Variante kommt der Wirkstoff Sotrovimab zum Einsatz.

Patientinnen und Patienten in der Frühphase einer SARS-CoV-2-Infektion und mit  Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf können ab dem 09. Februar 2022 im Klinikum EvB in Potsdam ambulant eine monoklonale Antikörpertherapie erhalten. Haus- sowie Fachärztinnen und -ärzte stimmen den Einsatz der Therapie für in Frage kommende Patientinnen und Patienten mit den Infektiologen des Klinikums ab. Die Antikörper werden einmalig in Form einer 30-minütigen Infusion verabreicht. Im Rahmen einer stationären Behandlung wird die Therapie bereits seit Februar 2021 erfolgreich eingesetzt.

Portraitfoto Hans-Ulrich Schmidt

„Angesichts wieder steigender Infektionszahlen und zur Vermeidung schwerwiegender Verläufe wollen wir mit unserem ambulanten Therapieangebot den Einsatz monoklonaler Antikörper in der Frühphase der Erkrankung auch in Potsdam ermöglichen.“

Hans-Ulrich Schmidt, Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Ernst von Bergmann

Dazu wird bis zum Start des Therapieangebots ein Teil des Gebäudes E so umgebaut, dass die Behandlung von Patientinnen und Patienten ohne Kontakt zu anderen Personen im Klinikum gewährleistet werden kann. Parkplätze stehen direkt vor dem Gebäude zur Verfügung. Der Zugang zum Gebäude ist barrierefrei.

Frühe Gabe essentiell

Monoklonale Antikörper können in der frühen Phase der Infektion die SARS-CoV-2-Viruslast senken. Der Beginn der Infusionstherapie sollte – um erfolgreich zu sein – möglichst innerhalb von fünf Tagen nach positivem PCR-Test beziehungsweise nach Symptombeginn erfolgen. „Laut Studien können die monoklonalen Antikörper die Vermehrung des Virus drastisch hemmen, schwere Verläufe signifikant verhindern und Hospitalisierungen und Intensivbehandlungen vermeiden“ so Tillmann Schumacher, Oberarzt der Klinik für Infektiologie.

Voraussetzungen für die monoklonale Antikörpertherapie

Das ambulante Therapieangebot des Klinikums richtet sich insbesondere an ältere sowie vorerkrankte Personen mit einem hohen Risiko für einen schweren Erkrankungsverlauf. In jedem Einzelfall erfolgt zwischen dem behandelnden Facharzt sowie den Infektiologen des Klinikums eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung. Folgende Voraussetzungen für die Anwendung der monoklonalen Antikörpertherapie sollten vorliegen:

  • Erkrankte Person befinden sich am Beginn einer SARS-CoV-2-Infektion (ein positiver PCR-Test sollte nicht älter als fünf Tage sein, auch Symptome sollten nicht länger als 5 Tage bestehen)
  • Person ist mindestens 18 Jahre alt
  • Bei der (erkrankten) Person liegen bestimmte Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf vor (z.B. fehlende Corona-Impfung, hohes Lebensalter, Übergewicht, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Herzschwäche, Asthma, chronische Nierenerkrankung, Lungenfibrose, Down-Syndrom, HIV, Immunsupression, Zustand nach Organtransplantation, laufende Chemotherapie und/oder B-Zell-Depletion)
  • Überweisung durch den Haus- oder Facharzt

Vor Beginn der ambulanten Therapie, die bei Personen mit COVID-19-Erkrankung als einmalige Infusion verabreicht wird, erfolgt eine ausführliche Aufklärung durch den behandelnden Arzt der Antikörperambulanz. Die Gabe der Infusion dauert ca. 30 Minuten. Hinzu kommen etwa 30 Minuten Nachbetreuung. „Die meisten Patientinnen und Patienten vertragen die Therapie sehr gut. Als Nebenwirkung sind bislang allergische Reaktionen bekannt, die allerdings selten auftreten. Die monoklonale Antikörpertherapie ersetzt jedoch keine Impfung. Sie ist eine wertvolle Ergänzung für die Menschen, die aus verschiedenen Gründen keinen wirksamen Impfschutz aufbauen können“, so Tillmann Schumacher.

Es stehen verschiedene, in der Europäischen Union zugelassene, monoklonale Antikörper zur Behandlung von COVID-19 zur Verfügung. Gegen die aktuell in Deutschland vorherrschende Omikron-Variante kommt der Wirkstoff Sotrovimab zum Einsatz, der unter dem Handelsnamen Xevudy® vor der Firma GlaxoSmithKline vertrieben wird.