Konventionelle Diagnostik

Die konventionelle Nuklearmedizin nutzt radioaktive Stoffe (Radiopharmaka) zur Darstellung von Stoffwechselvorgängen, Rezeptorverteilungen und ähnlichen funktionellen Abläufen. Diese Substanzen werden auf verschiedenen Wegen in den menschlichen Körper eingebracht. Verwendet werden z.B. Injektionslösungen, Kapseln oder auch Edelgase.

Radioaktive Medikamente werden in sehr geringen Mengen verabreicht. Ihr Körper zeigt auf die Gabe dieser Radiopharmaka in der Regel keine Reaktion, Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Die aus dem Patienten austretende Strahlung wird von der Gammakamera gemessen und in auswertbaren Bildern dargestellt. Dieses Verfahren wird als Szintigraphie bezeichnet. Die Strahlenexposition durch diese Untersuchungen ist gering.

Zwischen der Gabe des Medikamentes und der eigentliche Aufnahme liegt – je nach Untersuchung – eine Zeitspanne von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden, jeweils zeitlich angepasst an die im Körper ablaufenden Stoffwechselvorgänge. 

Unser diagnostisches Spektrum

Die hier aufgelisteten Informationen über häufige nuklearmedizinische Verfahren sollen Ihnen bei der Vorbereitung auf die geplante Untersuchung behilflich sein. Bitte beachten Sie, dass das persönliche ärztliche Gespräch hierdurch nicht ersetzt werden kann. Für weitere Fragen sind wir deshalb gerne persönlich für Sie erreichbar.

Der Herzmuskel wird über die Herzkranzgefäße mit Blut versorgt. Bei einer Verengung dieser Blutgefäße kann sich die Sauerstoffversorgung einzelner Bereiche des Herzens verschlechtern. Bei der Myokardszintigraphie (Herzszintigraphie) wird die Durchblutung des Herzmuskels dargestellt um festzustellen ob, wo und in welchem Ausmaß eine krankhafte Minderdurchblutung vorliegt. Meist wird die Untersuchung sowohl in Ruhe als auch in Anstrengung durchgeführt, um die Durchblutung während dieser beiden Phasen vergleichen zu  können. Die Ergebnisse können für die Therapieplanung bzw. die Verlaufskontrolle nach einer Therapie genutzt werden. Im besten Fall kann die Myokardszintigraphie eine relevante Minderdurchblutung ausschließen und Ihnen damit eine Herzkatheteruntersuchung ersparen.

Diese Untersuchung besteht aus zwei Abschnitten und erfolgt deshalb in der Regel an zwei Tagen.

Ablauf einer Herzszintigrafie

Erkrankungen der Lunge können mit unspezifischen Beschwerden einhergehen, insbesondere die Lungenarterienembolie (der Verschluss von Blutgefäßen in der Lunge) ist in manchen Fällen zunächst nicht eindeutig festzustellen. Die Lungenszintigraphie ermöglicht eine dreidimensionale Darstellung der Belüftung und der Durchblutung der einzelnen Lungenanteile. Damit kann eine Lungenarterienembolie ausgeschlossen oder nachgewiesen werden. Die Lungenszintigraphie kommt insbesondere bei kleineren oder chronisch-wiederkehrenden Gefäßverschlüssen zum Einsatz bzw. dann, wenn Untersuchungen mittels Röntgenkontrastmitteln nicht möglich sind (aufgrund einer Allergie, sehr schlechter Nierenfunktion, Schilddrüsenüberfunktion).

Für die Untersuchung sollten Sie etwa 1,5 Stunden einplanen.

Ablauf einer Lungenszintigraphie

Nebenschilddrüsen sind kleine hormonproduzierende Organe in der Nachbarschaft der Schilddrüse, im Regelfall existieren vier Nebenschilddrüsen. Eine krankhaft gesteigerte Funktion dieser Drüsen wirkt sich auf den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel des Körpers aus und kann Ursache für verschiedene Erkrankungen und Beschwerden sein. Die Nebenschilddrüsenszintigraphie kann feststellen ob, und wenn ja welche der Nebenschilddrüsen eine Auffälligkeit zeigt, was für eine eventuell notwendige operative Entfernung von Nutzen ist.

Für die Untersuchung sollten Sie etwa 3 Stunden einplanen.

Ablauf einer Nebenschilddrüsenszintigraphie

Veränderungen des Stoffwechsels im Gehirn zeigen frühzeitig neurologische Erkrankungen an, vielfach noch vor Auftreten der ersten Beschwerden. Insbesondere Demenzpatienten und Patienten mit Bewegungsstörungen (Parkinson-Erkrankungen) profitieren von der Untersuchungsmethode: Mittels dieser hochmodernen Variante der Nuklearmedizin können wir die Art der vorliegenden neurologischen Erkrankung genauer diagnostizieren. Das wiederum hat großen Einfluss auf Ihre weitere Behandlung.

Für die Untersuchung sollten Sie etwa 5 Stunden einplanen.

Ablauf einer Hirnuntersuchung

Nierenerkrankungen sind vielfältig, so existieren beispielsweise angeborene Fehlbildungen, Störungen des Harnabflusses, Funktionseinschränkungen oder Verengungen der Nierenarterien. Die Nuklearmedizin verfügt über verschiedene szintigraphische Untersuchungen, welche die Funktion bzw. Ausscheidung darstellen können. Damit ist es beispielsweise möglich, die Leistung beider Nieren zu vergleichen, eine Verzögerung des Harntransports zwischen Nieren und Harnblase oder eine Doppelanlage festzustellen.

Für die Untersuchung sollten Sie etwa 1,5 Stunden einplanen.

Ablauf einer Nierenszintigraphie

Schilddrüsenerkrankungen sind in Deutschland sehr häufig. Jeder vierte Erwachsene leidet unter Schilddrüsenknoten oder/und einer Vergrößerung des Organs. In den meisten Fällen sind diese Veränderungen unbedenklich und benötigen keine Behandlung. Da aber relevante Erkrankungen bzw. durch die Schilddrüse verursachte Beschwerden möglich sind, ist eine Abklärung oft notwendig. Die Schilddrüsenszintigraphie stellt den Jodstoffwechsel der Schilddrüse dar. Durch die Kombination aus Blutwerten, Ultraschalluntersuchung und Schilddrüsenszintigraphie lässt sich die Funktion von Schilddrüsenknoten in normal, gesteigert („heiß“) oder vermindert („kalt“) unterscheiden. Damit können die Knoten sicher eingeordnet werden.

Heiße Knoten können als gutartige Veränderungen die Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion sein, kalte Knoten können wiederum in seltenen Fällen (ca. 5 Prozent) bösartigen Tumoren entsprechen. Nicht zwangsläufig muss eine Erkrankung der Schilddrüse mit Knoten verbunden sein, beispielsweise existiert mit dem sogenannten Morbus Basedow eine autoimmune Erkrankung der gesamten Schilddrüse, die Ursache für teilweise schwere Formen der Schilddrüsenüberfunktion sein kann.

Für die Untersuchung sollten Sie mindestens eine Stunde einplanen.

Ablauf einer Schilddrüsenszinigraphie

Die Skelettszintigraphie zeigt den Knochenstoffwechsel und visualisiert dabei den natürlichen Prozess des Knochenumbaus. Eine Steigerung des Knochenstoffwechsels kann ein Anzeichen für krankhafte Veränderungen sein. Der veränderte Stoffwechsel ist bereits erkennbar, bevor dieser im Röntgenbild sichtbar wird. Der Vorteil: Das gesamte Skelettsystem kann mit dieser Untersuchung beurteilt werden. So ist es möglich mittels Skelettszintigraphie gutartige oder bösartige Tumore zu identifizieren. Beispielsweise kann bei Vorliegen von Brustkrebs oder Prostatakrebs eine Absiedlung des Tumors (Metastasierung) in den Knochen ausgeschlossen oder festgestellt werden. Darüber hinaus lassen sich auch Veränderungen an den Gelenken (Arthrose / Entzündungen) sichtbar machen, wie sie zum Beispiel bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen auftreten.

Für diese Untersuchung sollten Sie etwa vier Stunden einplanen.

Ablauf einer Skelettszintigraphie